ein moralisches Dilemma

Du weißt etwas...niemand weiß das du es weißt, und das ist auch gut so.

Denn das was du weißt ist nicht ganz einfach.

Es könnte einen Menschen, der dir nahesteht vor Schaden bewahren, aber das kannst du nicht mit Sicherheit sagen. Es könnte auch sein, dass dieser Person nichts passiert wenn du dein Wissen für dich behälst.

Wenn du es für dich behälst wird dir auf jeden Fall nichts passieren.

Wenn du dein Wissen weitergibst wird die dir nahestehende Person ohne jeden Zweifel wütend auf dich werden, unabhängig davon, ob es sie vor Schaden bewahrt oder nicht.

Ergo, wenn du nichts sagst, wird vielleicht jemand zu Schaden kommen, aber da niemand weiß, dass du es hättest verhindern können wird sich für dich nichts verändern.

Wenn du etwas sagst, wird man dir auf jeden Fall mit Ablehnung begegnen, unabhängig davon, ob du den Schaden abwendest oder nicht, denn es besteht auch die reelle Chance, dass die Person nicht auf dich hört und trotz deiner Warnung zu Schaden kommt.

 

Wie entscheidet ein guter Mensch, was er tun soll?

28.7.11 04:10, kommentieren

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Der kleine rote Ball

Keine besonders geheime Art Tagebuch zu führen, aber meine Gedanken sind nicht länger nur für meinen Geist bestimmt.

 

Nicht, weil ich die Aufmerksamkeit will, diesen Blog liest sowieso keiner. Eher deshalb, weil ich denke, ich kann nicht der einzige sein der so fühlt. Der sich in dieser Welt nicht am Platz fühlt...die falsche Zeit, der falsche Ort, die falschen Menschen um einen herum...oder, wenn es man es anders sehen will, vielleicht einfach der falsche Mensch?

 

Vielleicht nie der richtige Mensch gewesen für diese Welt. Zu früh den eigenen Geist ergriffen, ihn in eine schützende Kugel eingeschlossen und im hintersten Winkel des Selbst weggesperrt. Alles, um nicht verletzt zu werden. Um in einer Zeit, in der andere Menschen Kinder sind, erwachsen zu sein und sich den Problmen zu stellen, die das Schicksal bereit hielt. Oder um sich ihnen eben nicht stellen zu müssen.

Alles aus einer Perspektive betrachtet, die nicht die eigene war...ein unbedteiligter Beobachter, der mit den Geschehnissen um einen herum nicht verbunden war. Anteilnahmslos, wie ein völlig Fremder, der etwas schlimmes sieht und hilft, weil es ihn selbst nicht betrifft und er sich deshalb den Dingen stellen kann...

 

Aber alles hat seinen Preis. Was ist, wenn man die Kugel nicht mehr öffnen kann, wenn die Zeiten ruhiger werden? Wenn man vergisst, wer man eigentlich ist, und sich immer wieder in ähnliche Situationen bringt?

Wenn man immer wieder der Helfer ist, uneigennützig, nicht um des Dankes willen, sondern weil es zu der eignen Natur wird, sich um andere zu kümemrn und nicht um sich selbst. Wenn man nicht mehr auf die Stimme in seinem Kopf hört, die einem sagt, man solle an sich selbst denken, leben, wie man es will, und die Dinge machen, die einen glücklich machen?

Die Kugel in deinem Geist gerät in Vergessenheit. Sie liegt im Dunkel deiner Seele. Sie enthält alles, was du einmal warst, aber es entfremdet sich dir. Du bist so nicht mehr...warst es einst, aber nicht mehr jetzt. Die Kugel versucht sich bemerktbar zu machen, Erinnerungen deines alten Geistes dringen an die Oberfläche, wie das Echo eines Wortes, das du als Kind einmal im Schlaf gehört und direkt wieder vergessen hast.

Du tust diese Echos ab, sie gehören ja nicht mehr zu dir! Die Kugel beginnt sich zu verändern. Auf ihrer Oberfläche bilden sich rötliche Strudel, wie Wirbel im Wasser...Anfangs vereinzelt, doch immer mehr und mehr dieser Wirbel tauchen auf. Die Kugel verhärtet sich, im gleichen Maße, wie sich dein Geist verhärtet und sich gegen die Echos deines vergangen, unschuldigen, deines kindliches Ichs wehrt und sie Lügen straft.

Ein Gefühl der Leere breitet sich aus, und mit der Leere kommt die Unruhe. Eine tiefe Rastlosigkeit, die dich mit jedem neuen Ort, jedem neuen Job, jeden neuen Menschen immer unruhiger macht.

Du hälst es unter Menschen nicht mehr aus. In der Öffentlichkeit beginnt ein namenloses Unbehagen von dir Besitz zu ergreifen. Du sträubst dich dagegen, fühlst die alten Bindungen in dir. Du sehnst dich nach Nähe, Freundschaft, Zärtlichkeit und Liebe, aber je näher dir Menschen kommen, desto mehr willst du sie von Dir stoßen!

Du hast Angst, Angst vor Nähe, vor Verletzung. Angst davor, dich anderen zu öffnen, denn das würde bedeuten, dass du dich dir selbst öffnen müsstest. Das du dich deinem eigenen Dämon, der in der roten Kugel eingeschlossen ist stellen musst.

Und mit jedem Tag nimmt deine Angst zu. Du schliesst den roten Ball in einer weiteren Kugel ein, um dich vor dir und dem Dämon, den du in deinem tiefsten Selbst vermutest zu schützen. Dabei ist dort nichts das du fürchten müsstest, nur das unschuldige kleine Kind, der Junge, der du einmal warst bevor deine Welt gewaltsam aus den Angeln gerissen wurde, und dein Geist in der Tiefe der Menschlichen Schlechtigkeit so schwer erschüttert wurde.

Doch diese kindliche Unbeschwertheit ist dir so fremd geworden das du sie fürchtest. Furcht davor, dass sie, sollte sie freikommen, nichts von dem Menschen übrig lassen wird, der du seit fast 20 Jahren zu sein glaubts und allen Menschen, auch dir selbst, zu sein vormachst!

 Es gibt da nur ein Problem! Die Kugel, die du um den kleinen, roten Ball erreichtet hast um dich zu schützen. Sie ist nicht stabil. Sie ist wie aus Spinnenseide, farblos, faserig und nicht an vielen Stellen durchlöchert. Du verwendest zu viel Kraft darauf, durchs Leben zu kommen, nicht völlig zu versagen in der Welt, die dir so fremd und feinlich erscheint, dass du einfach nicht mehr die Reserven hast, den kleinen, roten Ball auf Dauer einzusperren.

Immer wieder reissen die Spinnenfäden seines Gefängnisses ein, und mit jedem Faden, der der Belastung nicht mehr standhält machst du dir mehr Gedanken, was wohl passiert, wenn der letzte Faden seinen Widerstand einstellt und der kleine rote Ball in deinem Kopf explodiert...

wird dich die Erkenntnis darüber, was du dir selbst angetan hast in den Wahnsinn treiben? Wirst du lachen, weil du merkst, dass das,was in dem Ball war etwas absolut gutes und reines ist? Oder wird es alttestamentarisch?

Hast du die Kraft, den Dämon deiner Angst zu befreien? Hast du die Kraft, dass, was Du und so viele Menschen für dein Selbst halten abzustreifen und die Wahrheit zu sehen? Hast du die Kraft, die Mauer, die du zu deinem Schutz errichtet hast, einzureissen um die Welt in dich aufzunehmen und endlich zu leben?

2 Kommentare 25.7.11 04:30, kommentieren